Was bedeutet Trauer?

Wir alle erleben im Laufe unseres Lebens Schicksalsschläge, Abschiede und Verluste. Wir kommen dabei mit schmerzlichen Gefühlen in Kontakt, die uns in unserem ganzen Wesen erfassen. Im Fühlen, Denken und Handeln kann alles durcheinander geraten, so dass wir den Boden unter den Füssen verlieren. Aktuelle Trauer kann sich mit weitzurückliegender alten und verdrängten Trauer zu einem Trauerchaos vermischen und sie wird für uns unfassbar. Vielfältige Lebens-Situationen, wo wir etwas verlieren, verlangen betrauert zu werden und möchten gesehen, gehört und verstanden werden.

Dieser Ausdruck in einer gesunden, tiefen und authentischen Art und Weise, bringt uns zurück in die Lebendigkeit.

Doch wohin führen uns unsere Gefühle, in einer leistungsorientierten Gesellschaft, welche immer weniger Raum für den Ausdruck von schmerzlichen und "unangepassten" Gefühle bietet? Die Schnelllebigkeit, mit hohen Leistungsansprüchen und die steigernde Orientierung nach Ablenkung und Verdrängung in einer Gesellschaft, macht uns zu gefühlsarmen, versteinerten und hyperaktiven Wesen. Unsere Zeit fordert das Funktionieren und das Mithalten, das "good looking", nicht achtsam darüber, wie es in uns aussieht. Das tut auf Dauer nicht gut und kann uns einsam und krank werden lassen.

Das natürliche Wesen der Trauer mit all ihren Gefühlsfacetten benötigt Raum, Wohlwollen, Verstehen, Akzeptanz, Mitgefühl und Anerkennung. Trauer braucht Zeit bis ein gesunder Abschied genommen werden kann und das Leben einen Neubeginn findet.

Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen Verlust und gehört zur seelischen Grundausstattung eines Menschen, um mit der Vergänglichkeit und den Unzulänglichkeiten des Lebens umzugehen.

Wie wir der emotionalen Verarmung in unserer Leistungs-Gesellschaft entgegenwirken können:

  • Gefühle ernst nehmen
  • Gefühlen zuhören
  • Gefühle wahrnehmen
  • sich Berechtigung zum Gefühlsausdruck zu geben
  • sich bewusst zu werden, dass unsere Leistungs-Gesellschaft Trauer ignoriert und sie nicht haben möchte
  • sich bewusst zu werden, dass in unserer Gesellschaft große Angst vor sogenannten «negativen» Gefühlen herrscht
  • sich bewusst werden, dass in unserer Gesellschaft Trauer als Krankheit angesehen wird und wir Trauer wieder als gesunde Reaktion annehmen können
  • den Mut haben  zu protestieren, zu klagen, zu verzweifeln, sich zu schämen, sich schuldig zu fühlen, wütend zu sein und sich einen wohlwollenden Ort suchen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen
  • lernen zu sich und zu seinen Gefühlen und Gedanken zu stehen 
  • den Widerstand umarmen
  • blockierte Gefühle ernst nehmen
  • kreative Ausdrucksmöglichkeiten suchen, die für einem passen
  • Abschiedsschritte vor Zeugen zu wagen
  • Erinnerung kann dann integriert werden, wenn wir Abschied nehmen können
  • gemeinsamer Neubeginn planen, Blick in die Zukunft

    «Jeder Mensch trauert anders. Auf der ganzen Welt ist das Lachen und Weinen zu Hause.
    Gefühle kennen keine Grenzen, sie können nur eingegrenzt werden.»


    Praxis für kreative Lebens- und Trauerbegleitung, Coaching, Beratung, Seminare  

    Gudrun Grebu, Strassburgerallee 21, 4056 Basel

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